He Elli, deine Ohrringe gefallen mir. Wo hast du die her?
Diese Frage höre ich immer wieder einmal und ich freue mich jedes Mal darüber. :-)
Die meisten meiner Ohrringe sind Geschenke von meinen Kolleginnen Madeleine, Sandra und Nicole. Wenn du also einmal richtig tolle Ohrringe möchtest, weißt du jetzt, wen du fragen kannst. :-)
Ansonsten finde ich besondere Stücke meistens auf Etsy. Ich mag gerne große Ohrringe. Da die nicht immer alltagskonform sind, müssen sie zumindest leicht sein, unkompliziert und robust. Ich möchte Schmuck tragen und nicht ständig darüber nachdenken müssen, ob ich irgendwo hängenbleibe oder etwas kaputtgehen könnte. Meine Lederohrringe haben zum Beispiel schon einmal einen Waschgang in der Waschmaschine überlebt, da ich sie in meiner Hosentasche vergessen hatte.
Bei diesen großen Ohrringen wäre Metall für mich viel zu schwer. Und meine Ohren sind ohnehin schon relativ groß – die müssen nicht noch größer werden. ;-) Besonders zu den Zeiten, als meine Kinder noch klein waren, habe ich darauf geachtet, dass mein Schmuck weich ist. Nach wie vor mag ich Leder, Textil und Gummi besonders gerne. Ich habe wunderschöne Ohrringe aus recycelten Fahrradschläuchen von Emma Ware.
Und natürlich faszinieren mich als Textilliebhaberin Ohrringe, die durch textile Techniken wie Soutache, Frivolité (Schiffchenspitze), Micro-Macramé, geklöppelte Spitze, Perlenstickerei und aufwendig gefädelte Perlen entstehen und kleine Kunstwerke sein können. Manche dieser textilen Techniken habe ich auch selbst gelernt und weiß die Arbeit und das Geschick dahinter besonders zu schätzen.
Im Moment mag ich besonders gerne dreidimensionale Ohrringe – also solche, die nicht einfach aus einer flachen Ebene bestehen, sondern Raum einnehmen, sich bewegen oder aus mehreren unterschiedlich großen Elementen bestehen.
Eine Erfahrung habe ich bei Ohrringen allerdings gemacht, die dir zukünftig durchaus einen Fehlkauf ersparen kann. Bei durchbrochenen Formen – also Ohrringen, bei denen man durchschauen kann – sieht man im Shop einen ruhigen Hintergrund durch den Hohlraum. Am eigenen Ohr ist der Hintergrund aber viel unruhiger, da man Haare, Haut, Brillenbügel, Kleidung oder Schal durch die Öffnung hindurch sehen kann. Was also im Onlineshop oder im Geschäft wunderschön aussieht, kann am eigenen Ohr ganz anders wirken. Möchtest du viel Ruhe und Klarheit ums Gesicht, können geschlossene Formen passender sein. Möchtest du hingegen Bewegung und Transparenz, können durchbrochene Formen sehr schön wirken.
Wenn ich für eine Kundin Schmuck oder Ohrringe aussuche, schaue ich deshalb nicht nur auf das Schmuckstück selbst, sondern auch darauf, wie es mit ihr zusammenspielt – auf Größe und Form, Farbe und Material und Tragbarkeit und eben auch darauf, was durch eine offene Form hindurch sichtbar wird. Manchmal sind es genau diese kleinen Details, die darüber entscheiden, ob etwas wirklich stimmig erscheint.
So probiert man im Laufe der Zeit unterschiedliche Dinge aus, trägt manches immer wieder, merkt dabei, was im Alltag wirklich funktioniert und sich gut anfühlt, und entwickelt dadurch nach und nach ein ziemlich genaues Gespür dafür, was man mag und was tatsächlich zu einem gehört. Genau diese kleinen Dinge machen persönlichen Stil aus.
