Wie packe ich meinen Koffer?
Urlaub ist für mich nicht die Zeit für stilistische Experimente. Das habe ich in den letzten Jahren immer deutlicher erkannt. Weniger Auswahl schafft für mich mehr Ruhe und Entspannung. Vielleicht hast du auch schon die Erfahrung gemacht, dass du trotzdem immer zu viel einpackst? Mir zumindest geht es immer wieder so. Deshalb übe ich immer wieder, noch weniger einzupacken.
Was kommt wirklich mit?
Bevor ich einen Koffer packe, entscheide ich mich für eine klare Richtung. Wenn ich beispielsweise nur Kleider mitnehme, brauche ich weniger verschiedene Schuhe und Oberteile oder Jacken. Wenn ich Hosen einpacke, überlege ich, welche Oberteile und Schuhe dazu am besten passen. Denn je mehr unterschiedliche Möglichkeiten ich mitnehme, desto mehr brauche ich auch, um daraus wieder stimmige Kombinationen zu machen.
Außerdem habe ich gute Erfahrungen damit gemacht, mich bei der Kleidung auf zwei oder drei Farben zu beschränken. Das bedeutet nicht, dass ein Urlaubskoffer farblos sein muss. Farbe kann auch über Schmuck, einen Lippenstift oder ein einzelnes besonderes Kleidungsstück dazukommen. Für mich entsteht dadurch eine angenehme Klarheit: Ich weiß schon beim Packen, was miteinander funktioniert.
Lieblingskleidung für den Urlaub
Im Urlaub trage ich am liebsten Kleidung, bei der ich schon weiß, dass sie sich gut anfühlt. Ich möchte meine Lieblingskleidung anziehen, mich wohlfühlen und den Tag genießen, ohne jeden Morgen lange zu überlegen, was ich anziehe. Deshalb packe ich am Kleidung ein, von der ich weiß, dass sie mir gefällt, bequem ist und sich gut miteinander kombinieren lässt.
Wenn ich noch Platz im Koffer habe, nehme ich trotzdem ab und zu ein Kleidungsstück mit, das ich zuhause nur selten trage. Dann überlege ich mir vorher, womit ich es kombinieren könnte, und probiere es im Urlaub ganz bewusst aus. So habe ich schon manches Kleidungsstück neu entdeckt oder mich nach dem Urlaub davon getrennt.
In einem Urlaub versuchte ich einen schwarzer Blazer aus meinem Lieblingsgeschäft öfter zu tragen. Zuhause hing er die meiste Zeit im Schrank. Am Meer und in der Stadt wurde er plötzlich zu einem guten Begleiter. Ich habe ihn dort nicht nur gerne getragen, sondern auch gelernt, dass manche Kleidungsstücke einfach einen anderen Rahmen brauchen, einen anderen Ort oder eine andere Kombination.
Wenig Kleidung, viele Möglichkeiten
Für einen längeren Urlaub brauche ich nicht für jeden Tag ein neues Outfit. Ich nehme beispielsweise ein paar Lieblingskleider, Oberteile mit unterschiedlichen Ärmellänge und eine Jacke mit. Nach einer Woche wasche ich und habe meine Lieblingsteile frisch wieder zur Verfügung. Dazu kommen je nach Region und Wetter: Regenmantel, zwei Badeanzüge, ein Cashmeretuch, Sandalen, Ballerinas, Stiefelletten oder Sneaker – alles in nur zwei Farben. Etwas mehr Farbe kommt bei mir in Form von Schmuck und Lippenstift dazu.
Auch beim Schmuck reduziere ich bewusst. Manchmal nehme ich nur eine Kette und ein Paar Ohrringe mit und trage beides die ganze Zeit. Das klingt vielleicht nach wenig Auswahl. Für mich fühlt es sich eher nach mehr Freiheit an, mir im Urlaub keine Gedanken darüber zu machen. Ich muss nicht ständig entscheiden, was ich anziehen könnte. So kann ich voll und ganz den Moment erleben – dort wo ich bin, die Natur beobachten und das Leben genießen.
Koffer packen – auch für zuhause eine spannende Idee
Eigentlich lässt sich dieses Prinzip auch auf den Alltag übertragen und sozusagen für zuhause für zwei Wochen einen kleinen „Koffer“ zu packen: also eine begrenzte Auswahl an Kleidungsstücken bereitzulegen und diese eine bestimmte Zeit lang zu tragen. Es geht mir dabei gar nicht darum mit möglichst wenig Kleidung auszukommen, sondern um herauszufinden, was ich wirklich brauche, was ich wirklich gerne trage, was bequem ist und was sich nach mir anfühlt.
Gerade wenn der Kleiderschrank sehr voll ist, kann eine reduzierte Auswahl für eine bestimmte Zeit überraschend befreiend sein. Dabei wird oft ganz nebenbei klar, was gehen darf und was bleiben soll. So wird aus dem Kofferpacken eine kleine Übung in Klarheit – im Urlaub und vielleicht auch zuhause.
